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01/2010 DDR

„So viel DDR-Kinderliteratur wie jetzt war noch nie“, schreibt Lutz Rathenow schon 2007 im Börsenblatt und hat Recht damit. Nach einer Zeit des Schweigen und Vergessens rückt die DDR auch in der KJL wieder in den Blickpunkt der öffentlichen Wahrnehmung – und des Kaufinteresses. Die Literatur von, je nach Blickpunkt, drüben, früher oder daheim drängt wieder auf den Markt und wird von Lesern aus Ost und mittlerweile auch West begeistert angenommen. Seit nun 20 Jahren leben die Deutschen mauerfrei—topografisch gesehen. Mit der DDR ist eine ganze Welt zu Grunde gegangen, die gerade für Kinder und Jugendliche nun nur noch aus der Erfahrung anderer erlebbar ist. In Zeiten der Ostalgie auf der einen und des Ost-Skeptizismus auf der anderen Seite ist es deshalb umso wichtiger, ein wenig Aufklärungs- und Recherchearbeit zu leisten: Was zeichnete die DDR-KJL aus? Wie stark war sie tatsächlich ideologisch beeinflusst? Und wie steht es um aktuelle Literatur aus der und über die DDR?

Diesen Fragen widmen sich die verschiedenen Schwerpunktartikel in interjuli 01/10. So untersucht Sebastian Schmideler am Beispiel von Götz Gode, Helga Talke und Herbert Mühlstädt Ritterbilder in der geschichtserzählenden Kinder- und Jugendliteratur der DDR. Heidi Strobel vergleicht die Literatur der SBZ und der DDR in Hinblick auf die Darstellung der emotionalen Vergesellschaftung mit der KJL des Nationalsozialismus und Sylvia Warnecke liefert einen englischsprachigen Beitrag zur Untersuchung der Neubearbeitungen von Sagen- und Epenstoffen in der DDR. Maria Becker hinterfragt am Beispiel Benno Pludras aktuelle Wiederauflagen von DDR-Kinderbüchern und untersucht deren ideologische Verhaftetheit und Sabine Berthold sucht und findet Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten in der Jugendliteratur der 1990er zur Wende.


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