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Artikel:

Eine Jugend in Wasserfarben: Die Darstellung von Adoleszenz in der DDR in Thomas Brussigs Wasserfarben (Aná Sanchez Santolino)

Abstract:
Thomas Brussigs erstes Werk Wasserfarben ist ein Adoleszenzroman über die Jugendzeit in den letzten Jahren der DDR, geschrieben nach dem Vorbild Der Fänger im Roggen von Jerome D. Salinger. Wie in seinen anderen Büchern erschuf Brussig einen Antihelden als Hauptfigur, der im Konflikt mit seiner Umwelt steht. In seinem Erstling schildert Brussig, wie die inneren Konflikte eines Jugendlichen in der verwirrten Phase der Adoleszenz (Suche nach Identität, Lebensfragen, Zukunftsratlosigkeit) von besonderen soziokulturellen Umständen, vom Leben in einer Diktatur, verschärft werden. Der Individualisierungsprozess in den reichen Industrieländern ermöglicht die Selbstgestaltung der Zukunft und löst dadurch innere Konflikte aus, die für die Entwicklung der Jugendlichen durchaus positiv sind. Dagegen dürfen in der DDR solche ungeregelten Zukunftsaussichten nicht existieren, der Staat gibt normative Wege vor. Der Protagonist von Wasserfarben leidet darunter, dass er genau diese Orientierungslosigkeit, die vom Staat so nicht toleriert wird, empfindet. Die Einschränkung der Studienwahl aus politischen Gründen, das daraus folgende Bewusstsein der staatlichen Manipulation und die Einmischung in das Leben der Jugendlichen sind die Auslöser einer inneren Krise und einer Auseinandersetzung mit dem System. Als vertretende Institution dieser Manipulation fungiert dabei die Schule mit ihren Lehrern. In diesem Konflikt versucht der Protagonist die Antwort auf zwei Fragen zu finden: Wer bin ich und was will ich werden?

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