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Artikel:

Das schwache Geschlecht in der Jugendliteratur: Anmerkungen zur Paradoxie aktueller am Gender-Mainstreaming orientierter Leseförderungsstrategien (Jörn Brüggemann)

Abstract:
Im literaturdidaktischen Diskurs über die wachsende Leseunlust männlicher Schüler wird die „Veränderung der Geschlechterbeziehungen“ als Voraussetzung einer gelingenden Leseförderung hervorgehoben. Ausgehend von der Differenz von sex und gender und der Prämisse der sozialen Konstruiertheit von Zuschreibungen an Männlichkeit und Weiblichkeit, sind mit Blick auf die Leseförderung Interventionsstrategien entwickelt worden, um der Wahrnehmung von Lektüre als weiblicher kultureller Praxis entgegenzuwirken. Dieser Beitrag setzt sich mit jenen aktuellen Strategien auseinander, die sich unter diesem Etikett des Gender-Mainstreaming darum bemühen, der grassierende Leseunlust männlicher Jugendlicher durch den Einsatz von historisch orientierten Jugendbüchern zu begegnen. Methodisch werden die pädagogischen Kommentare zu ausgewählten Werken der Jugendliteratur als „Manifestationen von Sozialisationskonzepten“ (Eggert/Garbe 2003, 71) angesehen, sofern diese Vorstellungen darüber implizieren, wie mittels der gewählten Jugendlektüren im Sinne eines geschlechtssensiblen Umgangs auf die Gedanken und Gefühle der Heranwachsenden einzuwirken sei. Vor dem Hintergrund der Befunde der Lesesozialisationsforschung werden die lesepädagogischen Erwartungen mit Blick auf problematische Begleiterscheinungen der anvisierten geschlechtersensiblen Leseförderung kommentiert und Vorschläge für zukünftige Forschungen gemacht.

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