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02/2013 Körper

 

We should stop being so scared of teenagers’ reactions and start treating them as human beings“, fordert Lydia Kokkola im Interview mit interjuli: Der jugendliche Körper und die Sexualität Jugendlicher werden noch immer als vorrangig nieder und ungebärdig wahrgenommen und jugendliche und kindliche Körperlichkeit tauchen meist nur in problematisierten Zusammenhängen auf. Seit jeher Objekt der Zuordnung, Bewertung und Disziplinierung, wird der Körper nicht erst in der KJL zum Fokuspunkt von Eigen- und Fremdbewertung. Gerade in der Jugendliteratur, die sich genrebedingt überdurchschnittlich häufig mit körperlichen Veränderungen beschäftigt, wird der Körper so oft zum zentralen Objekt der Betrachtung und Problematisierung. Bellas Sehnsucht in der Bis(s)-Reihe danach, Vampirin zu werden, liegt nicht zuletzt in ihrer Unzufriedenheit mit ihrem alternden und nicht vollständig idealkonformen Körper begründet, und Katniss’ Körper in Die Tribute von Panem wird zur Spielwiese diverser Stylisten, die ihn für die bevorstehenden Spiele modisch streamlinen. Gerade wenn es um die erwachende Sexualität der ProtagonistInnen geht, bietet der Körper darüber hinaus in zahlreichen Jugendromanen eine Projektionsfläche für seelische Umwälzungen und spiegelt symbolträchtig das Erwachsenwerden wider – im Guten/Erregenden wie im Schlechten/Angsteinflößenden.

Diese Ausgabe von interjuli befasst sich mit dem Körper in der Kinder- und Jugendliteratur. Unsere Artikel behandeln die Konstruktion von Fremdsein anhand von Körperlichkeit in Persepolis (Anna Stemmann), Sexualität und Geschlecht in Twilight und Vampire Diaries (Marion Rana), Identitätskonstruktionen und ethischen Problemen des Klonens in Lost Girl (Sabine Planka) und den Körper als Objekt der Inszenierung in Grenzland (Monika Hernik-M?odzianowska). Spannend wird es spätestens bei Lothar Quinkensteins Relektüre von Nöstlingers Wir pfeifen auf den Gurkenkönig. Mit Autorin Ann-Marlene Henning (Make Love) und Literaturwissenschaftlerin Lydia Kokkola (Fictions of Adolescent Carnality) sprechen wir schließlich aus zwei ganz verschiedenen Blickwinkeln über Sexualität und Körperlichkeit in der KJL.

 

 


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