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02/2010 Regionalismus

Regionalliteratur, so Mary Austen, darf über die Region nicht lediglich berichten, sie muss von ihr stammen, in ihr verwurzelt sein und aus ihr erblühen:„flower of its stalk and root“. Nicht die touristische Perspektive wird hier eingenommen: Region dient nicht bloß als landschaftlicher Handlungshintergrund, sondern bestimmt die Handlung mit und verortet die Charaktere unverrückbar in einer bestimmten Region und Zeit.

Kinder und Jugendliche sollen in Büchern nicht nur fremde Welten erfahren dürfen – sie sollen sich auch selbst wieder finden können. Regionalität in der Kinder- und Jugendliteratur liefert Identifikation, sie liefert Authentizität – und dabei öffnet sie nicht zuletzt auch Fenster und Türen zu fremden Welten für diejenigen Leserinnen und Leser, die sich regional außerhalb von ihr verorten.

In dieser Ausgabe unternehmen wir einen Streifzug durch die Literatur verschiedenster Regionen: Christine Lötscher untersucht die Verarbeitung von Sagen und Mythen in der Schweizer KJL, Grit Alter befasst sich mit dem Konzept der Identitätsbildung in der indigenen Literatur Kanadas und Lara Brück-Pamplona erschließt den Einfluss der Brüder Grimm auf die Folkloreforschung und die Kinderliteratur Brasiliens. Helene Ehriander untersucht die ideologischen Hintergründe der historischen Literatur der schwedischen Autorin Solveig Olsson-Hultgren und Torsten Mergen stellt mit dem Literaturarchiv eine Möglichkeit vor, Regionalliteratur in der außerschulischen Bildung nutzbar zu machen.

Ich freue mich außerdem, Ihnen unseren neuen Rezensionsteil vorstellen zu können: Ab dieser Ausgabe werden wir regelmäßig Primär- und Sekundärliteratur zur KJL rezensieren. Die Primärliteratur ist dabei immer auf unseren jeweiligen Schwerpunkt ausgerichtet. Zum Auftakt rezensieren wir deshalb KJ-Regionalliteratur aus Deutschland, Österreich, den USA und Italien.


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