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Artikel:

"Studierte Mädel?" Die Diskussion um das Frauenstudium im Spiegel der Backfischliteratur zwischen Kaiserreich und Nazizeit (Dirk Hempel)

Abstract:
Die Forderung nach Öffnung der deutschen Universitäten für Frauen gehört am Ende des 19. Jahrhunderts zu den zentralen Anliegen der bürgerlichen Frauenbewegung. Die Backfischliteratur zwischen Kaiserreich und Nazizeit reflektiert diese anhaltenden Diskussionen. Sie bildet die soziale und politische Entwicklung ab und versucht gleichzeitig, Einfluß auf sie zu gewinnen. Autorinnen, die der bürgerlichen Frauenbewegung nahestanden, propagierten mehr oder weniger offen deren Ziele und boten den jugendlichen Leserinnen Orientierungsmöglichkeiten und Identifikationsangebote. Auf die anfänglichen Emanzipationsbestrebungen um 1900 und die Durchsetzung des Frauenstudiums im Backfischroman in der Weimarer Republik kam es nach 1933 vorübergehend zu einer Abkehr von den progressiven Forderungen. Doch der kriegsbedingte Mangel an Akademikern ließ das Frauenstudium bald zu einer ökonomischen Notwendigkeit werden, im Jugendbuch der Nazizeit erscheint es um 1940 als Dienst an der Volksgemeinschaft. Der Aufsatz zeigt den Beginn der Diskussionin der Mädchenliteratur der Kaiserzeit sowie den Wandel über die Weimarer Republik bis ins "Dritte Reich" unter den jeweiligen sozial- und kulturgeschichtlichen Bedingungen.

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