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01/2011 Übersetzung

Übersetzer sind immer „Vermittler zwischen Wissenswelten“, wie Ciaran Cronin es formuliert. Mit ihren Übersetzungen schlagen sie Brücken in die literarische Welt anderer Länder, ermöglichen den Blick über den eigenen Tellerrand und den gedanklichen Sprung in andere Kulturen. Gute Übersetzungen leben deshalb nicht bloß von sprachlicher Finesse und Genauigkeit – auch der kulturelle Hintergrund will mit übersetzt werden. Übersetzungen von Kinder- und Jugendliteratur stehen hier vor besonderen Herausforderungen, lassen sich ihre LeserInnen doch noch weniger als Erwachsene durch Fußnoten oder langwierige Umschreibungen und Erklärungen strapazieren. Und gerade bei der sprachlich so komprimierten Kinderliteratur wie im Bilderbuch stellen sich ähnliche Probleme wie bei der Übersetzung von Lyrik. Sind der kulturelle Bedeutungsverlust, der Verlust von Wortwitz und Poesie also vorprogrammiert?

Diese Ausgabe von interjuli ist ganz dem weiten Feld der Übersetzung gewidmet. Susanne Riegler und Gabriela Scherer befassen sich mit der Übersetzbarkeit nationalkultureller Eigenheiten am Beispiel von Orsennas La grammaire est une chanson douce und Lea Grimm macht Vorschläge zur Verwendung von Hotwords im Literaturunterricht. Kevin Anding und Peter Reisenzein nehmen in ihren Artikel übersetzungspraktische Untersuchung vor: Anding analysiert Übersetzung- und Übertragungsstrategien im Diskurs Jur? Gagarins und Reisenzein befasst sich in seiner Untersuchung zweier Übersetzungen von Tove Janssons Trollvinter unter anderem mit der Frage, wie ein schwedischer Troll auf Deutsch klingt. Besonders freuen wir uns, in unserem neuen Interviewteil Uwe-Michael Gutzschhahn zu Wort kommen zu lassen, der uns Einblicke in seine Übersetzungstätigkeit gewährt und mit Kristine Harth über die Tücken und Freuden des Übersetzens philosophiert.


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